Pressestimmen

... Sitas Blick auf die Welt ist weit offen, jedoch verunsichert; das spiegelt sich schön in den unruhigen Super-16mm-Handkamera-Bildern des aus Polen stammenden Bogumil Godfrejów (der mehrmals, aktuell bei Was bleibt, mit Hans-Christian Schmid gearbeitet hat). Brüchige Stimmungen und Befindlichkeiten zwischen Menschen in atmosphärisch wirksame Bilder zu übersetzen und mit wesensgleicher Musik zu stützen, war schon immer eine Stärke von Barbara Albert. Sie kommt auch hier zum Tragen. Sitas keimende Beziehung zu einem israelischen Fotografen zeichnet Albert in wenigen feinen Strichen, ihrer Kollektion von Disco-Szenen fügt sie ganz nebenbei eine weitere wunderbare hinzu.
Roman Scheiber, ray Filmmagazin
... Familie bleibt ein zentrales Thema: Etwa in Barbara Alberts unbedingt sehenswertem Film "Die Lebenden". Er spielt zu großen Teilen in Berlin und erzählt von der jungen quirligen Sita, die nach dem Tod des geliebten Großvaters dessen dunklen Seiten und ungelüfteten Familiengeheimnissen auf die Spur kommt. Der Film hat ein paar Schauplätze und Themen zu viel. Aber erst mal ist dies ein Film, der vieles richtig macht. Gerade weil Albert sich um Perfektion und dramaturgische Korrektheiten nicht schert, weil sie subjektiv und voller Leidenschaft erzählt, ist "Die Lebenden" ein hochspannender Film geworden. Neben dem Mut dieser wunderbaren, sehr besonderen Regisseurin, und ihrem immer wieder großartigen Umgang mit Musik - Höhepunkt ist eine Elektro-Version von Purcells "King Arthur" - ist dies der Film der Hauptdarstellerin: Anna Fischer umschifft hier viele Klippen und ist eine Schauspielerin, an der man sich nicht sattsehen kann.
Rüdiger Suchsland, Schwäbische Zeitung anlässlich der Hofer Filmtage
„Die Lebenden“ ist Barbara Alberts bisher souveränster Film. Die Autorin/Regisseurin nähert sich dem sperrigen Stoff mit cineastisch leichter Hand; sie lässt die Dinge fließen, ohne jemals belehrend zu wirken. So ist der Film ein großes Kinodrama, das nicht nur einen Blick zurück wirft, sondern auch sehr heutige Themen verhandelt: Die Suche nach der eigenen Identität (bei Sita). Und die Sehnsucht ihrer von Migration und Multi Kulti geprägten Generation nach Heimat und einer gemeinsamen europäischen Identität. Sehr sehenswert.
Celluloid, Gunther Baumann
Als originellster Wettbewerbsfilm hinsichtlich Form und Inhalt dürfte «Blancanieves» reelle Chancen auf einen Hauptpreis haben. Gleiches gilt auch für Barbara Alberts Drama «Die Lebenden», in dem eine junge Frau österreichisch-rumänischer Abstammung der dunklen Biografie ihres Grossvaters nachforscht, der in der Nazizeit als SS-Mann in Auschwitz tätig gewesen war. Die Art, wie hier die alte Geschichte von Schuldgefühlen der Täter-Nachkommen als kunstvolle Spurensuche betrieben und wie dabei einem jungen Publikum ganz undidaktisch viel über jene Zeit der Barbarei vermittelt wird, ist meilenweit von dem entfernt, was in «Venuto al mondo» als Spurensuche blosse Behauptung geblieben ist.
www.nzz.ch
Applaus für Regisseurin Barbara Albert
Der Film „Die Lebenden“ wurde beim Filmfestival von San Sebastian vorgestellt.
Unter großem Applaus feierte Barbara Albert mit ihrem neuen Film „Die Lebenden“ am Dienstag auf dem Internationalen Filmfestival von San Sebastian seine Weltpremiere. Die österreichische Erfolgsregisseurin erzählt in dem Streifen über Schuld, Verdrängung und Sprachlosigkeit die Geschichte von Sita, einer jungen Österreicherin mit rumänischen Wurzeln.

www.Oe24.at
Barbara Albert im Wettbewerb von San Sebastian
"Die Lebenden", eine österreichisch-polnisch-deutsche Koproduktion mit Anna Fischer und August Zirner in den Hauptrollen, erzählt die Geschichte der jungen Sita, deren persönliche Reise nicht nur in die belastende Vergangenheit ihrer eigenen Familie führt, sondern auch in die Abgründe der europäischen Gesellschaft heute, so die coop99-Produktionsnotizen. Das Drama über Heimatlosigkeit und Selbstfindung, über Hoffnung und Verantwortung macht sowohl in Berlin und Wien als auch in Warschau und Rumänien Station. Albert war einst mit "Nordrand" mitverantwortlich für den Aufstieg des neuen österreichischen Kinos und zuletzt 2006 mit "Fallen" im Wettbewerb von Venedig gestanden.

(APA)